Laura Freigang weint nach DFB-Sieg – Emotionen nach Japan-Spiel

Nach dem 2:1-Testspielsieg der deutschen Fußballerinnen gegen Japan am Dienstagabend im Bremer Weserstadion jubelten die meisten DFB-Spielerinnen ausgelassen. Doch bei Laura Freigang rollten die Tränen. Die 28-jährige Stürmerin von Eintracht Frankfurt brach auf dem Rasen emotional zusammen und musste von ihren Teamkolleginnen getröstet werden , obwohl sie während der Partie nicht zum Einsatz gekommen war.

Nur fünf Minuten in zwei Länderspielen

Der Grund für Freigangs Tränen liegt nach Informationen der Bild vor allem in ihrer sportlichen Situation beim DFB-Team. In den beiden jüngsten Länderspielen durfte die Frankfurter Kapitänin insgesamt nur fünf Minuten spielen. Gegen Australien (4:2) wurde sie kurz vor Schluss eingewechselt, gegen Japan blieb sie trotz acht erlaubter Wechsel komplett auf der Bank.

Besonders bitter für Freigang: Sie zeigt bei ihrem Verein derzeit Topform. In zwölf Pflichtspielen erzielte sie in dieser Saison bereits acht Tore für Eintracht Frankfurt. Dennoch kommt sie unter Bundestrainer Christian Wück kaum zum Zug , ein Muster, das sich durch ihre DFB-Karriere zieht. Bei der EM 2022 bekam sie in sechs Spielen nur 15 Minuten, bei der WM 2023 in drei Partien nur acht Minuten.

Teamkolleginnen spenden Trost

Unmittelbar nach Spielende nahmen mehrere Mitspielerinnen die weinende Freigang in den Arm. Die überragende Klara Bühl, mit der Freigang eng befreundet ist, sowie Torhüterin Stina Johannes, Stürmerin Nicole Anyomi, Mittelfeldspielerin Elisa Senß und DFB-Frauenfußball-Chefin Nia Künzer trösteten die sichtlich aufgewühlte Angreiferin. Freigang selbst äußerte sich nicht öffentlich zu ihrem Gefühlsausbruch, teilte aber auf Instagram einen Beitrag von Bühl, der die Umarmung der beiden zeigt, und versah ihn mit einem Herz.

Doping-Verfahren belastet zusätzlich

Neben der sportlichen Enttäuschung schwebt über Freigang noch ein Anti-Doping-Verfahren. Gegen die Nationalspielerin läuft ein Prüfverfahren beim DFB-Kontrollausschuss wegen drei verpasster Dopingkontrollen innerhalb von zwölf Monaten. Im schlimmsten Fall droht ihr eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Laut Bild soll in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung fallen, ob es zu einem Prozess vor dem DFB-Sportgericht kommt, das Verfahren eingestellt wird oder ob ein Vergleich geschlossen wird. Letzteres würde wohl eine verkürzte Sperre zur Folge haben. Nach Informationen der Bild ist Freigangs Situation kein Einzelfall , mehrere Nationalspielerinnen sollen bereits Dopingtests verpasst haben, weil die Anwendung der Termin-App nicht funktioniert habe.

Vereinstrainer gibt Entwarnung

Niko Arnautis, Trainer von Eintracht Frankfurt, sah die emotionale Reaktion seiner Kapitänin gelassen. “Es war auch eine schöne Atmosphäre, vielleicht hat sie sich auch gewünscht mehr zu spielen. Emotionen gehören dazu und wenn sie dann mal in der Form von Tränen gezeigt werden, ist das doch sympathisch”, erklärte der Coach in einer Medienrunde.

Zurück in Frankfurt gehe es Freigang “wirklich gut”, die 28-Jährige sei “aufgeräumt” und motiviert für das Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen am Samstag. “Deswegen gibt es keinen Grund zur Sorge”, betonte Arnautis. Er lobte Freigangs Entwicklung: “Wir sind total glücklich, wie sie bei uns performt, wie sie sich entwickelt hat als Persönlichkeit und als ein Gesicht bei der Eintracht oder auch in Deutschland.”

Rolle im DFB-Team bleibt unklar

Co-Trainerin Saskia Bartusiak hatte während des Lehrgangs erklärt: “Solange bei Laura nichts entschieden ist, behandeln wir sie wie alle anderen Nationalspielerinnen.” Bundestrainer Wück hatte Freigang wegen ihrer starken Vereinsleistungen nominiert und erklärt: “Lauras Leistung im Verein hat sich verändert. Sie erzielt Tore. Ihr Auftreten auf dem Platz und ihre Präsenz haben sich verändert.”

Dennoch verknüpfte Wück Freigangs Nominierung auch damit, dass er diesmal eine Spielerin mehr berufen habe. Ob die Frankfurterin bei den nächsten Länderspielen Ende November, Anfang Dezember dabei ist, könnte auch von der Entscheidung im Doping-Verfahren abhängen.

Bedeutung für die DFB-Frauen

Freigangs emotionaler Ausbruch zeigt die Belastung, unter der die erfahrene Stürmerin steht. Trotz ihrer Rolle als “Kümmerin” im Team, die junge Spielerinnen wie Lisa Baum an die Hand nimmt, bleibt sie sportlich außen vor. Die Szenen nach dem Japan-Spiel machen deutlich, wie sehr die 28-Jährige unter der Situation leidet , auch wenn sie im Verein mit bemerkenswerter Stärke reagiert und Topform zeigt.

Quellen

Laura Freigang weint nach DFB-Sieg – Emotionen nach Japan-Spiel