Lionel Messi bestreitet sein letztes Spiel für Argentinien

Lionel Messi bestritt sein letztes Spiel für Argentinien im Oktober 2026, und er tat es so, wie er die meisten Dinge tat: mit einem Elfmeter, einer Schusszahl, an die niemand sonst heranreichte, und einem Tor, das die Rekordbücher noch einmal in den Druck schickte. Argentinien besiegte Benin im Estadio Monumental mit 3:0. Otamendi und Nico Paz trafen ebenfalls, doch Messis Elfmeter war sein 126. Länderspieltor, ein Landesrekord, und seine neun Schüsse waren die meisten aller Spieler.

Man vergleiche das mit seinem Debüt. Im August 2005 wurde er gegen Ungarn eingewechselt und nach etwa 47 Sekunden des Feldes verwiesen, angeblich wegen eines Armschwungs gegen einen Verteidiger, der ihn am Trikot festgehalten hatte. Er brauchte etwas mehr als zwanzig Jahre, um das wiedergutzumachen, und die 126 Tore legen nahe, dass ihm das gelungen ist.

Nun zu dem Teil, den ein guter Trainer in der Videoanalyse ansprechen würde. Benin ist kein strenger Prüfer, und ein 3:0-Sieg gegen dieses Team sagt wenig darüber aus, wo Argentinien steht. Man sehe sich die neun Schüsse an. Wenn ein einzelner Spieler so oft schießt, laufen die Chancen der Mannschaft über ihn. Das funktioniert, solange er auf dem Platz steht. Sobald er weg ist, wird es zum Problem.

Hier also mein Rat an den Verband. Setzt Freundschaftsspiele gegen Gegner an, die die Abwehr fordern und das Mittelfeld unter Druck setzen, denn eine Abschiedsparty ist keine Vorbereitung auf die Zeit danach. Gebt Nico Paz eine klar definierte Aufgabe, etwa als Spieler, der den letzten Pass spielt, oder als derjenige, der die Elfmeter schießt, damit sein Tor hier der Beginn eines Musters wird. Und verteilt das Schießen im Training auf mehrere Schultern, damit die nächste Neun, Zehn oder Elf diese Gewohnheit nicht erst in einem Pflichtspiel lernen muss.

Argentinien verfügt über die Nachwuchsarbeit, um all das umzusetzen, und Messi hat ihnen eine Vorlage gegeben: den Pass suchen, schießen, wenn der Ball einem gehört, und das zwanzig Jahre lang immer wieder tun. Ob die nächste Generation dem folgt, wird mehr zählen als das Ergebnis in Buenos Aires

Messis letztes Spiel für Argentinien: Ergebnis und Highlights

Messis Abschiedssieg

Lionel Messi hat sich vor rund 85.000 Zuschauern im Estadio Monumental in Buenos Aires von Argentinien verabschiedet, und zwar so, wie ein guter Lehrer seine letzte Unterrichtsstunde beendet: indem er allen noch einmal zeigt, wie es geht. Argentinien besiegte Benin in einem für seinen Abschied angesetzten Freundschaftsspiel im Oktober 2026 mit 3:0.

Das Drehbuch lief über seine Zuspiele. Nicolás Otamendi eröffnete in der 48. Minute den Torreigen, nachdem er eine Messi-Ecke verwertet hatte. Nico Paz erhöhte etwa in der 61. Minute auf 2:0, wiederum von Messi vorbereitet. Dann wurde Agustín Giay im Strafraum gefoult, und Messi trat in der 71. Minute zum Elfmeter an. Es war sein 126. Länderspieltor, und er verwandelte selbst.

Die Zahlen verdienen einen genauen Blick. Messi gab neun Schüsse ab, mehr als jeder andere auf dem Platz, und brachte fünf davon aufs Tor. Außerdem kreierte er vier Chancen, und sein xG-Wert lag bei etwa 1,97. Der Elfmeter macht einen guten Teil dieses Werts aus, aber ein Spieler, der von der Bühne abtritt, sollte nicht derjenige sein, der die meisten Schüsse produziert. Wenn ein Mann das Team bei den Schüssen anführt und die Tore liefert, hat man kein System, sondern eine Abhängigkeit. Argentinien sollte Standardsituationen und Schussvolumen jetzt auf den gesamten Kader verteilen, solange noch eine Legende da ist, die das Team dabei anleiten kann.

Benin war zudem ein milder Gegner. Ein so großer Abschied wäre ein besserer Test gegen eine Mannschaft gewesen, die Paroli bieten kann, und die Daten hätten uns mehr darüber verraten, wie Argentinien ohne ihn aussieht. Argentinien kontrollierte das Spiel mit 65 % Ballbesitz, während Benin nur auf 35 % kam.

Ob es wirklich das Ende ist, dazu sagt die Geschichte: abwarten. Nach der Niederlage im Finale der Copa América Centenario 2016 gegen Chile verkündete Messi seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und machte ihn innerhalb weniger Wochen wieder rückgängig. Ich glaube es erst, wenn der nächste Kader ohne seinen Namen veröffentlicht wird.

Messis emotionaler Abschied im Monumental

Hier eine Lektion darüber, wie man sich verabschiedet. Auf dem Papier war Argentinien gegen Benin ein Freundschaftsspiel, doch niemand im El Monumental verhielt sich, als wäre es eines. Über 85.000 Fans kamen für Feuerwerk, eine Drohnenshow und ein riesiges „Gracias“-Trikot. In der zehnten Minute wurde das Spiel unterbrochen, damit die Ränge „Messi, Messi“ skandieren konnten. Diese Zahl mit dieser Minute zu verbinden, war ein kluger Einfall, und er kostete die Veranstalter nichts.

Messi lief an der Hand seiner drei Söhne auf den Platz und hielt eine vierminütige Rede. Er dankte den Menschen, die ihn dorthin gebracht hatten, sprach über seinen verstorbenen Vater und gab zu, dass es ihm schwerfalle, das Trikot abzulegen, das er zwanzig Jahre lang getragen hatte. Vier Minuten sind eine vernünftige Länge. Die meisten Abschiedsreden sind zu lang, weil niemand derjenige sein will, der das Mikrofon abstellt.

Dann beendete er es auf seine Art und erzielte per Elfmeter spät in der Partie sein 126. Länderspieltor. Zuvor hatte er außerdem zwei Vorlagen gegeben und Tore von Nicolas Otamendi in der 48. Minute und von Nico Paz in der 61. Minute vorbereitet. Erinnern Sie sich daran, wie Barcelona 2021 seinen Abgang handhabte, mit einer tränenreichen Pressekonferenz, die niemand geplant hatte? Verbände und Vereine sollten sich diese Nacht genau ansehen. Fragen Sie den Spieler, wie er gehen möchte, und gestalten Sie die Zeremonie rund um seine Antwort.

Zwei Dinge würde ich dennoch ändern. Benin verbrachte den Abend als Statist in einem fremden Film, daher wäre eine Geste ihnen gegenüber, etwa eine gemeinsame Ehrenrunde oder ein Trikottausch, ein Gebot des Anstands gewesen. Und auch Otamendi verabschiedete sich still, ohne eine eigene Würdigung. Beim nächsten Mal sollte man dem zweiten Spieler, der aufhört, ein paar Minuten im Rampenlicht gönnen.

Messis Rekorde mit Argentinien und das Leben nach dem Karriereende

Beginnen wir mit den Zahlen, denn sie sprechen für sich. Messi verlässt die Nationalmannschaft als Argentiniens Rekordspieler mit 208 Einsätzen und als bester Torschütze mit 126 Toren, etwa 0,61 pro Spiel. Seine 69 Vorlagen kommen mit einer Fußnote: Die Datenbanken weichen um eine oder zwei Vorlagen voneinander ab, prüfen Sie also die Quelle, bevor Sie die Zahl in einer Diskussion anführen. Bei Weltmeisterschaften stellte er zudem mit 33 Torbeteiligungen einen Turnierrekord auf.

Auch sein Debüt ist erinnerungswürdig. Im August 2005 wurde er gegen Ungarn etwa eine Minute nach seiner Einwechslung des Feldes verwiesen. Einundzwanzig Jahre später umfasst seine Bilanz die Weltmeisterschaft 2022 sowie die Copa-América-Titel von 2021 und 2024. Wenn Sie ein junger Spieler sind, der gerade einen schwierigen ersten Auftritt hatte, ist das Ihr Beweis dafür, dass die erste Minute nicht die Obergrenze festlegt.

Der Abschied verdient einige Kritik. Sentimentalität ist ein schlechter Archivar, und Würdigungen neigen dazu, aus Rekorden bloße Hintergrundmusik zu machen. Argentiniens Verband sollte ein angemessenes Abschiedsspiel im eigenen Land ansetzen, mit den Statistiken im Programmheft, und ihm anschließend eine klar definierte Rolle geben: etwa ein paar Trainingseinheiten für die Nachwuchsteams, statt eines vagen Botschafter-Titels. Spieler, die ihn aus nächster Nähe erlebt haben, können mehr aus seiner Vorbereitung lernen als aus seinen Highlights.

Was ihn selbst betrifft: Er steht bei Inter Miami bis Sommer 2028 unter Vertrag, also bekommt er Vereinsfußball, Zeit mit seiner Familie und einen Terminplan, den er selbst bestimmt. Das ist eine angemessene Gegenleistung für zwei Jahrzehnte, in denen er die Erwartungen eines ganzen Landes getragen hat. Lassen wir ihn das genießen, und lassen wir die nächste Generation das Studieren übernehmen.

Messis letztes Argentinien-Spiel