Freiburg meldet Rekordumsatz und starken Millionengewinn

SC Freiburg hat die Saison 2025/26 mit einem Rekordumsatz von 212,1 Millionen Euro abgeschlossen, das sind 49,3 Millionen Euro (30,3 %) mehr als die 162,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Überschuss belief sich auf 30,5 Millionen Euro, verglichen mit 11,8 Millionen Euro im Jahr zuvor. Drei Dinge waren dafür ausschlaggebend: eine lange Europa-League-Teilnahme, ein weiter Weg im Pokal und höhere Gewinne aus Spielerverkäufen. Es gibt keine Bankschulden, und das Eigenkapital beträgt 194,2 Millionen Euro, rund 79 % der Bilanzsumme.

Ich habe einmal gesehen, wie ein Kollege einen Lottogewinn mit dem Kauf eines Boots feierte, und das Boot überdauerte das Geld um etwa zwei Sommer. Freiburg wirkt klüger als das. Ein Verein ohne Schulden und mit so viel Eigenkapital kann eine schlechte Saison überstehen, ohne in Panik Spieler verkaufen zu müssen. Aber zwei dieser drei Faktoren sind Wetter, nicht Klima. Ein Lauf in Europa hängt von einer Auslosung, einer Verletztenliste und der Laune eines Schiedsrichters ab. Gewinne aus Spielerverkäufen hängen davon ab, dass zur richtigen Zeit ein Käufer mit der richtigen Summe auftaucht.

Mein Rat lautet also: Man sollte Gehälter und Infrastruktur so budgetieren, als käme das Geld aus der Europa League nicht wieder, und alles darüber hinaus als Bonus betrachten. Außerdem sollte der Verein eine klare Aufschlüsselung veröffentlichen, die zwischen europäischen Prämien, Einnahmen aus dem Spieltag und Transfergewinnen unterscheidet. Ohne sie können die Fans nicht erkennen, ob 30,5 Millionen Euro eine neue Basis oder ein gutes Jahr sind. Und mit der Weltmeisterschaft im Sommer vor der Tür sollten sich Scouts darauf einstellen, dass einige Spieler mit aufgeblähtem Ruf zum Vereinstraining erscheinen. Freiburg hat bisher bewiesen, dass es solchen Einkaufsverlockungen widersteht, und es sollte dabei bleiben.

Wie groß ist Freiburgs Rekordumsatz von 212,1 Mio. €?

Freiburg verzeichnet 212 1 Mio. Umsatz

Beginnen wir mit der Zahl: 212,1 Millionen Euro sind ein Vereinsrekord für Freiburg. Das sind 49,3 Millionen Euro oder etwa 30,3 Prozent mehr als die 162,8 Millionen Euro von 2024/25. Vergleicht man den Wert nun mit 2023/24, der ersten Saison über 200 Millionen Euro, relativiert sich das Bild. Der Abstand beträgt 9,0 Millionen Euro, etwa 4,4 Prozent. Der Sprung sorgt für die Schlagzeile, doch oberhalb von 200 Millionen Euro zu bleiben, ist die schwierigere Aufgabe, und genau sie lohnt die Auseinandersetzung.

Die Weltmeisterschaft 2026 wird auf 48 Teams und 104 Spiele anwachsen, und viele Verbände werden versucht sein, wie Lottogewinner im Autohaus Geld auszugeben. Freiburg bietet ein gelasseneres Beispiel. Der Verein hat keine Bankverbindlichkeiten und verfügt über 194,2 Millionen Euro Eigenkapital, sodass er ein schlechtes Angebot für einen Spieler ablehnen kann, ebenso wie einen Sponsor, der bei der Mannschaftsaufstellung mitreden will. Diese Art von Unabhängigkeit übersieht man leicht, bis man sie braucht.

Unabhängigkeit ist allerdings noch kein Plan. Ich würde Freiburg dazu ermutigen, in klaren Worten zu erklären, wie der Verein dieses Eigenkapital einsetzen will, und aufzuzeigen, welcher Teil der Einnahmen auch in einem Jahr ohne großen Spielerverkauf Bestand hätte. Wer die Überlegungen erklärt bekommt, vertraut ihnen in der Regel eher. Vereine ähnlicher Größe können dieselbe Disziplin auch in ihren eigenen Büchern einfordern. Der Verein meldete für 2025/26 zudem einen Jahresüberschuss von 30,5 Millionen Euro, nach 11,8 Millionen Euro im Jahr davor.

Wie viel hat Freiburgs Europa-League-Lauf eingebracht?

Lassen Sie uns die Freiburger Zahlen gemeinsam durchgehen, denn die berichteten 33 Millionen Euro für den Europa-League-Lauf bis ins Finale sind nur dann aussagekräftig, wenn die einzelnen Teile stimmig sind. Die UEFA-Zahlungen stammten aus drei Quellen:

  • Startgeld: 4,31 Millionen Euro für die Teilnahme am Wettbewerb.
  • Leistungsprämien: rund 25 Millionen Euro, zusammengesetzt aus Ligaphase, K.-o.-Runden und Spielergebnissen.
  • Value Pool: etwa 8 Millionen Euro, abhängig von Medienrechten und Marktanteil.

Addiert man das, ergeben sich etwa 37,3 Millionen Euro, also rund 4 Millionen Euro mehr als die Schlagzeile. Ich kann von hier aus nicht sagen, welche Zahl nicht stimmt. Die Gesamtsumme könnte veraltet sein, eine Komponente könnte großzügig gerundet worden sein, oder eine Zahlung wurde doppelt gezählt. Wer schon einmal eine Restaurantrechnung unter acht Freunden aufgeteilt hat, weiß: Die Summe stimmt nie mit dem Beleg überein, bis jemand zugibt, dass er den zweiten Nachtisch bestellt hat. Ein Finalsieg würde der UEFA-Spalte weitere 6 Millionen Euro an Prämien hinzufügen.

Ticketeinnahmen sind eine andere Sache. Fünf Heimspiele brachten etwa 5,6 Millionen Euro ein, also rund 1,1 Millionen Euro pro Spiel, und dieses Geld stammte von Fans, die Sitzplätze kauften, nicht aus einer UEFA-Überweisung. Es gehört in die Bücher des Vereins, aber nicht in dieselbe Spalte wie die Prämien.

Mein Vorschlag ist einfach: Man sollte die Zahlen Posten für Posten veröffentlichen, mit der Gesamtsumme daneben. Ein Stürmer, der einen Elfmeter verschießt, wird eine Woche lang in Zeitlupe wiederholt, doch eine Lücke von 4 Millionen Euro in einem Budget wird meist mit einem Achselzucken quittiert. Dieselbe Gewohnheit verdient Aufmerksamkeit, wenn sich die Weltmeisterschaft 2026 nähert, bei der 48 Teams einen Preisgeldtopf teilen. Fans und Vereine wären mit einer detaillierten Aufstellung besser bedient als mit einer einzigen beeindruckenden Zahl.

Warum sprang der Gewinn von Freiburg auf 30,5 Mio. €?

Der Gewinn des SC Freiburg stieg von 11,8 Millionen Euro auf 30,5 Millionen Euro, und zwei Dinge erklären den Großteil des Zuwachses von 18,7 Millionen Euro: ein langer Weg in zwei Wettbewerben und ein höherer Überschuss aus Spielerverkäufen. Wenn man die Faktoren einzeln durchgeht, wird das Bild klarer.

Faktor Wirkung Ergebnis
Europa-League-Finale, Pokal-Halbfinale Prämien, Zuschauereinnahmen Höhere Erlöse
Spielerverkäufe Einmalige Gewinne Größerer Transferüberschuss
Keine Bankschulden Keine Zinszahlungen Mehr einbehaltener Gewinn

Die dritte Zeile übersieht man leicht, deshalb würde ich mit ihr beginnen. Ohne Bankschulden überweist Freiburg keine Zinsen an Kreditgeber, und mehr von dem, was der Verein einnimmt, bleibt im Haus. Viele Klubs können das nicht von sich behaupten, und es ist eine Entscheidung, die man verteidigen kann. Die Eigenkapitalquote des Vereins liegt bei über 79 Prozent, was zeigt, wie solide dieses Fundament ist.

Nun zur Vorsicht. Prämien und Transfergewinne wiederholen sich nicht nach Plan. Ein Finale in einer Saison sagt nichts über die nächste aus, und ein Spieler kann nur einmal verkauft werden. Wer 30,5 Millionen Euro als Basis ansetzt, beginnt den Etat des nächsten Jahres mit einem Loch. Es ist, als würde man bei einem Kneipenquiz gewinnen und aufgrund eines guten Abends eine Yacht buchen.

Wenn ich den Verein beraten würde, würde ich drei Dinge tun:

  • Auf Grundlage des Jahres mit 11,8 Millionen Euro budgetieren und alles darüber als Bonus betrachten.
  • Einen Teil des Geldsegens in eine Rücklage stecken, die eine Saison ohne europäischen Fußball abdeckt.
  • Veröffentlichen, wie viel des Gewinns aus Verkäufen und wie viel aus Wettbewerbseinnahmen stammt, damit die Anhänger den Verein anhand von Belegen statt anhand der Schlagzeile beurteilen können.

Frei von Kreditgebern zu bleiben, funktioniert nur, wenn der Verein die Disziplin dafür aufbringt.

Was kann das schuldenfreie Freiburg mit 194 Mio. € Eigenkapital anfangen?

Das Eigenkapital des SC Freiburg beträgt 194,2 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 244,7 Millionen Euro. Das entspricht etwa 79 Cent von jedem Euro, die dem Verein selbst gehören und nicht einer Bank oder einem Investor. Nur wenige Konkurrenten können das von sich behaupten, deshalb lautet die sinnvolle Frage, was Freiburg damit anfängt.

Man stelle sich einen Trainer bei der Weltmeisterschaft 2026 vor, bei der 48 Mannschaften 104 Spiele bestreiten werden. Am besten kommen diejenigen zurecht, die nicht nur Talent haben, sondern auch Spielraum zum Anpassen, wenn ein Stammspieler mit einer Oberschenkelverletzung nach Hause humpelt. Die Bilanz des SC Freiburg ist dieser Spielraum. Sie bedeutet aber auch, dass niemand dem Verein eine Taktiktafel in die Hand drücken wird, er muss also seinen eigenen Plan entwerfen. Hier würde ich ansetzen:

  • Kader: Längere Verträge und wettbewerbsfähige Gehälter anbieten und gezielt zukaufen, ohne refinanzieren zu müssen. Einen Teil der Vergütung an Einsätze koppeln, damit die Gehaltssumme Spieler belohnt, die tatsächlich spielen. Ein reicher Verein, der eine Ersatzbank überbezahlt, wird auf Umwegen nur langsamer ärmer.
  • Stadion: Hospitality-Bereiche, Sitzplätze und Fanzonen aufwerten und das aus Barmitteln statt mit Krediten bezahlen. Die Gastgeberstädte der Weltmeisterschaft bauen Fan-Festivals, weil Fans gern Zeit und Geld dort lassen, wo es vor dem Anpfiff etwas zu erleben gibt. Freiburg kann dieselbe Lehre ziehen, sollte aber für jedes Projekt ein Amortisationsziel festlegen und die Ergebnisse veröffentlichen, damit der Verein erkennt, welche Ideen sich rechnen.
  • Widerstandsfähigkeit: Einen Puffer vorhalten, damit eine schlechte Saison nie einen Notverkauf erzwingt. Die Höhe vorab festlegen, denn eine Reserve ohne feste Untergrenze schrumpft erfahrungsgemäß mit jeder einzelnen, vernünftig klingenden Ausnahme. Als Beispiel: Würde man ein Fünftel des Eigenkapitals schützen, rund 39 Millionen Euro, bliebe reichlich zum Investieren übrig.

So viel Freiheit ist nur dann nützlich, wenn der Verein sie gut nutzt. Ein guter Test ist, ob sich jeder Euro auf ein Ergebnis zurückführen lässt: einen Spieler, der spielt, einen Sitzplatz, der sich verkauft, einen Schock, den der Verein abfedert. Wenn nicht, ist das Eigenkapital nur eine große Zahl auf dem Papier.

Das Eigenkapital wurde auf Basis eines Rekordumsatzes von 212,1 Millionen Euro in der Saison 2025/26 aufgebaut, nach 162,8 Millionen Euro in einer Saison ohne internationalen Wettbewerb.

Freiburg: Rekordumsatz und Rekordgewinn