EURO 1972 – Finale BR Deutschland UDSSR EM 1972 Europameisterschaft (Privataufnahmen)

Die Nationalmannschaft, die im Finale der Europameisterschaft 1972 gegen die Sowjetunion Europameister wurde, gilt bis heute als die spielstärkste deutsche Mannschaft. Sie holte den ersten Titel seit 1954 nach Deutschland. Bei der Eröffnung des Olympiastadions in München drei Wochen zuvor hatte Deutschland die Sowjetunion bereits mit 4:1 besiegt und galt daher als klarer Favorit.

Deutschland ging durch Gerd Müller in der 28. Minute in Führung. Beckenbauer preschte von der Mittellinie bis kurz vor den sowjetischen Strafraum, passte auf Müller, der legte auf Netzer zurück, der mit einem fulminanten Schuss das Lattenkreuz traf. Den Abpraller nahm Heynckes auf, Rudakow konnte nur noch abklatschen und Müller war zur Stelle. In der zweiten Halbzeit erhöhte Herbert „Hacki“ Wimmer nach einer klugen Vorlage von Heynckes, der wiederum von Netzer mit einem mustergültigen Pass bedacht wurde, in der 52. Minute auf 2:0 – eine Mönchengladbacher Kombination. In der 57. Minute startete „Katsche“ Schwarzenbeck von der Mitte der eigenen Hälfte durch. Über Müller und Heynckes landete der Ball wieder beim nunmehr im russischen Strafraum befindlichen deutschen Vorstopper, der zu Müller ablegte, welcher Torhüter Rudakow keine Chance ließ. Dies markierte den 51. Länderspieltreffer im 41. Länderspiel des sogenannten „Bomber der Nation“. In seiner – der Torausbeute nach – erfolgreichsten Phase in der Nationalmannschaft, traf er 14-mal in fünf Länderspielen in Serie.

In der 68. Minute setzte der sowjetische Libero Khurtsilava den Ball mit einem kraftvollen Schuss aus knapp 20 Metern auf die Latte des deutschen Tores. Die wohl beste Chance der UdSSR, die aber essentiell in keiner Phase des Spiels ein gleichwertiger Gegner für die DFB-Auswahl war. Die Sowjets versteckten sich nicht und versuchten mitzuspielen, wirkten aber relativ behäbig und kamen kaum einmal gefährlich vor das deutsche Tor.

Die letzten fünf Minuten des Spiels litten darunter, dass zahlreiche deutsche Schlachtenbummler die Ränge verließen und sich zu Hunderten um die Außenlinien des Spielfeldes positionierten. Der Kommentator des englischen BBC-Fernsehens Barry Davies meinte, so etwas sei wohl zuletzt im sogenannten White Horse Final, dem englischen Pokalfinale von 1923 vorgekommen, wenngleich aber auch bei der Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor und bei der Weltmeisterschaft 1966 schon vor dem Schlusspfiff zahlreiche Fans die Nähe zu ihren Idolen suchten.

Schließlich konnte UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr ohne größere Probleme dem deutschen Spielführer Franz Beckenbauer den Henri-Delaunay-Pokal übergeben. Betrüblich waren aber Berichte über Ausschreitungen in der Brüsseler Innenstadt nach dem Spiel – Vorboten einer etwas anderen Zeit.

In der deutschen Mannschaft bezeugten Beckenbauer, der überall auf dem Feld zu finden war, Netzer und Müller ihre absolute Weltklasse. Maier stand nicht nach, genauso wenig wie Breitner und Wimmer. Bei den Sowjets darf sich Rudakow rühmen, mit dem ein oder anderen starken Reflex einige deutsche Großchancen vereitelt zu haben.
The UEFA Euro 1972 Final was a football match played on 18 June 1972 to determine the winner of UEFA Euro 1972. The match was contested by the Soviet Union, fighting for its second title in the tournament, and the West Germany at the Heysel Stadium in Brussels. The Germans won the match 3–0, with goals coming from Gerd Müller (twice) and Herbert Wimmer.

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