England 7, Kroatien 0: Das Ergebnis genau lesen
England schlug Kroatien im Wembley-Stadion mit 7:0, und Harry Kane und Bukayo Saka erzielten jeweils zwei Tore. Kanes Treffer in der achten Minute gab den Ton an. England presste hoch, hielt das Mittelfeld eng und Kroatien fand nie einen Rhythmus. Bellingham, Gordon und der eingewechselte Morgan Rogers steuerten die übrigen drei Tore bei.
Kroatiens hohe Abwehrlinie verdient eine eigene Analyse. Sie brach immer wieder zusammen, und England lief ein ums andere Mal in den Raum dahinter. Drei Wechsel zur Halbzeit änderten nichts an dem Problem. Stellen Sie sich einen Schuppen mit einem kaputten Dach vor: Wenn man die Möbel umstellt, hält das den Regen nicht draußen.
Tuchel lässt sich von sieben Toren nicht täuschen, und Sie sollten es auch nicht. Ein solches Ergebnis ist ein bisschen wie ein glänzendes Empfehlungsschreiben von einem Freund. Es liest sich angenehm, sagt aber nichts darüber aus, wie jemand mit Druck umgeht. Kroatien hat England ein Geschenk gemacht, indem es so weit vorn auf dem Platz verteidigte, und der eigentliche Test kommt gegen eine Mannschaft, die tief steht und England herausfordert, sie zu knacken.
Was sollte England also daraus machen? Erstens: dieses Szenario im Training üben. Man sollte dem Sturm einen kompakten, geduldigen Gegner gegenüberstellen und ihn die Lücke finden lassen, denn die Bewegung von Kane und Saka wird wichtiger sein, wenn es keine offene Rasenfläche zum Hineinlaufen gibt. Zweitens: prüfen, ob das Pressing standhält, wenn der Gegner den Ball nicht so bereitwillig hergibt. Drittens: die Bank als Teil des Plans betrachten. Rogers hat bei seiner Einwechslung getroffen, was ermutigend ist, aber ein Tor gegen eine kaputte Abwehr ist eine kleine Stichprobe.
Genießen Sie den Abend, und sehen Sie sich das Spiel dann noch einmal ohne Ton an und studieren Sie die Staffelung. Dort liegen die Lehren.
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ToggleWie hat England Kroatien mit 7:0 geschlagen?

Beginnen wir mit dem Ergebnis, denn es verleitet dazu, an Magie zu glauben. Sieben Tore wirken wie Spielwitz, doch die Belege sprechen für Struktur. England presste vom ersten Pfiff an hoch, und Kroatien bekam nie einen ruhigen Ballkontakt, von dem aus es den Aufbau hätte starten können. Stellen Sie sich einen Hausgast vor, der früh eintrifft und Ihre Küche umräumt, bevor Sie Ihre Hausschuhe gefunden haben. Sie können sich nicht einrichten, und Sie können nicht widersprechen.
Als Nächstes lohnt der Blick darauf, wo England angriff. Die Mannschaft überlud die rechte Seite und zog Kroatiens Außenverteidiger von den Spielern weg, die sie hätten absichern sollen. Jedes Mal, wenn Kroatien den Ball verlor, ging England direkt auf das Tor zu. Dahinter standen die Mittelfeldreihen eng beieinander, sodass die Mitte zu war und Kroatien nach außen gedrängt wurde. Wenn sie den Ball dort verloren, eroberte Englands Gegenpressing ihn in gefährlichen Zonen zurück, weshalb die Chancen nicht abrissen.
Vorne tauschten die Läufer ständig die Positionen. Kroatiens Verteidiger mussten entscheiden, ob sie mitgehen oder übergeben sollten, und taten oft keins von beiden. Einstudierte Standardsituationen stellten sie vor ein weiteres Problem. Achten Sie auch auf das frühe Tor. Es gab England Selbstvertrauen im Spiel und drängte Kroatien zu riskanteren Entscheidungen, die England bestrafte. Harry Kane eröffnete den Torreigen in der 8. Minute, und dieser frühe Treffer gab den Ton für alles Weitere an.
Nun zur Kritik, denn ein so hoher Sieg kann Schwächen verdecken. England verließ sich stark auf die rechte Seite. Gegen eine besser organisierte Mannschaft, die ihren Block seitlich verschiebt, könnte dieser Weg verstopfen, deshalb sollte England ein überzeugendes zweites Muster über links aufbauen. Kroatien trägt den größeren Teil der Schuld. Nach dem frühen Gegentor hielt es die Abwehrlinie hoch und zog das Mittelfeld auseinander. Tiefer zu stehen, die Abstände zwischen den Linien zu verkürzen und ein langsameres Spiel in Kauf zu nehmen, hätte den Schaden kleiner gehalten.
Das ist die Lehre, die man mitnehmen sollte: Sieben Tore entstanden aus einem sauber umgesetzten Plan, nicht aus Glück, und ein guter Plan verdient einen Ersatzplan, bevor der Gegner die Antwort darauf findet.
Wer glänzte beim 7:0-Sieg Englands?
Sieben Tore brauchen nicht unbedingt einen einzigen Urheber, aber Harry Kane und Bukayo Saka, die jeweils zweimal trafen, verdienen einen genaueren Blick, vor allem wegen dessen, was sie zwischen den Toren geleistet haben.
Kane spielte zentral und übernahm die Aufgaben, die selten in Highlight-Zusammenschnitten landen: den Ball halten und verteilen, von vorn pressen und mit dem ersten Kontakt Mitspieler in die Tiefe schicken. Junge Stürmer sollten sich diese Aufnahmen ansehen, bevor sie sich die Abschlüsse anschauen. Saka zog vom Flügel nach innen und schoss, ohne zu zögern, und lief anschließend zurück, wenn die Ordnung es verlangte. Jeder Trainer im Amateurfußball hat schon einmal „Nach hinten!“ zu einem Flügelspieler gerufen, der das nur für einen Vorschlag hielt , deshalb verdient Sakas Gewohnheit eine Erwähnung.
Jude Bellingham traf, fing Pässe ab und trieb die Mannschaft nach vorn, was für ein Paar Fußballschuhe eine ganze Menge Arbeit ist. Anthony Gordon zog die kroatische Abwehr mit direkten Dribblings auseinander und traf ebenfalls. Morgan Rogers kam spät ins Spiel, fand den Raum, den Kroatien hinter sich gelassen hatte, und erzielte das siebte Tor. Das ist die Lehre für jeden Einwechselspieler: Mach dich warm, als würdest du gebraucht werden.
Kroatien verdient einen offenen Rat. Englands hohe Abwehrlinie drängte sie zurück, und sie fanden nie den Raum, um irgendetwas aufzubauen. Eine tiefere Abwehrlinie oder ein Mittelfeldspieler, der sich zurückfallen lässt, um die Viererkette abzuschirmen, hätte ihnen ein paar Sekunden zum Nachdenken verschafft. Die Anfälligkeit gegenüber solchem Druck ist ein taktisches Problem, kein Talentproblem, und sie lässt sich noch vor dem nächsten Spiel beheben. Das Spiel in Rijeka wurde unter einer UEFA-Sanktion wegen rassistischer Beleidigungen durch kroatische Fans ausgetragen, weshalb der kroatische Verband das Stadion statt mit regulären Anhängern mit eingeladenen Kindern füllte.
Auch England sollte sich nicht zu sehr mitreißen lassen. Ein 7:0-Sieg zeigt, was die Mannschaft gegen einen Gegner leisten kann, der Räume lässt, doch Gegner in K.-o.-Spielen werden oft tief stehen und abwarten. Gordons Dribblings und Sakas Schüsse von der Strafraumgrenze deuten Lösungen an, dennoch sollte der Trainerstab im Training das Aufbrechen eines tiefen Blocks einüben. Rogers‘ spätes Tor spricht zudem dafür, frische Kräfte früher einzuwechseln, was die Stammspieler schonen und die Bank unter echtem Druck testen würde.
Wo brach die Verteidigung Kroatiens zusammen?
Kroatiens Probleme begannen mit der Staffelung hinter dem Ball, also widerstehen Sie dem Drang, nach einem einzelnen Schuldigen zu suchen. Die hohe Abwehrlinie wurde immer wieder überspielt, und England erkannte das schnell und nutzte es konsequent.
Hier sind die drei Stellen, an denen die Ordnung zusammenbrach:
- Der Raum hinter den Außenverteidigern und zwischen den Innenverteidigern. Die Linie stand hoch, und jeder Ballverlust hinterließ Lücken im Mittelfeld. England spielte direkte Bälle in diesen Raum. Eine hohe Abwehrlinie funktioniert nur, wenn die Spieler davor den Ball unter Druck setzen oder die Passwege zustellen können, und die Kroaten konnten oft weder das eine noch das andere.
- Die Flügel. Englands offensive Außenspieler blieben unbewacht, wodurch Zwei-gegen-eins-Situationen entstanden. Innenverteidiger mussten herausrücken, um zu helfen, und das riss die Abwehrreihe von innen auseinander.
- Standardsituationen. Niemand schien sicher zu wissen, wer für eine Zone und wer für einen Mann zuständig war, sodass Kopfbälle frei ankamen und geklärte Bälle unkontrolliert herunterfielen. Es wirkte wie ein Gruppenchat, in dem jeder davon ausgeht, dass jemand anderes den Tisch reserviert hat.
Kroatien verdichtete den Raum nie und presste nie als Mannschaft, sodass es die Kontrolle nie zurückgewann, und keine Einwechslung stellte die Ordnung wieder her. Selbst die drei Einwechslungen zur Halbzeit von Vlašić, Pašalić und Matanović änderten nichts am Muster. Das würde ich versuchen:
- Die Linie am Ball ausrichten. Sie einige Meter zurücknehmen, sobald der ballführende Spieler nicht unter Druck steht.
- Einem Mittelfeldspieler eine Absicherungsaufgabe geben. Ein Spieler sollte vor den Innenverteidigern stehen und diese Lücke abdecken.
- Rollen bei Standardsituationen namentlich zuweisen. Selbst eine einfache Mischung aus Raum- und Manndeckung ist besser als eine vage Absprache.
- Die Bank nutzen, um die Formation zu ändern. Ein defensiver Mittelfeldspieler oder ein zusätzlicher Innenverteidiger hätte das Problem direkt behoben.
Schauen Sie sich die Wiederholungen an und folgen Sie der Linie statt dem Ball. Sie werden das Problem erkennen, bevor die Kameras Ihnen das Tor zeigen.
Was bedeutet das 7:0 für Englands Nations League?
Ein 7:0 macht alle euphorisch, also rechnen wir nach, bevor die Euphorie einsetzt. England hat nach zwei Spielen in der Gruppe A3 sechs Punkte, und die Tordifferenz, die sich um sieben Tore verbessert hat, bringt das Team im Rennen um die ersten beiden Plätze vor Spanien und Tschechien. Ein Viertelfinalplatz sieht nun wahrscheinlich aus, ist aber nicht sicher. Die Tordifferenz zählt nur als Tiebreaker, und über Tiebreaker entscheiden die noch ausstehenden Spiele.
Das Heimspiel gegen Tschechien ist der Moment, um diesen Spielraum zu nutzen. Thomas Tuchel kann ein paar Stammspieler schonen und, mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2026, zwei oder drei Randfiguren eine richtige Aufgabe geben statt eines Zehn-Minuten-Kurzauftritts. Ein Kurzauftritt sagt kaum etwas darüber aus, ob jemand ein echtes Spiel bewältigen kann. Neunzig volle Minuten mit echten Konsequenzen sagen dagegen einiges. Tuchel hat bereits gewarnt, dass die Fans nicht in jedem Spiel mit sieben Toren rechnen sollten, und ein anderer Test am Dienstag in Wembley wird ihm recht geben.
Das Auswärtsspiel in Spanien im November ist ein Abend anderer Art. In jedem Pressebereich sitzt ein Veteran, der vor sich hin murmelt, dass ein hoher Sieg einem nur gute Laune beschert und sonst nichts, und damit hat er nicht unrecht. Tuchel sollte, wenn er sich mit seinem Kader zusammensetzt, auf den Zusammenschnitt der Tore verzichten und stattdessen die schlampigsten zehn Minuten des 7:0 durchgehen. Eine Mannschaft, die sieben Tore erzielt, verbirgt ihre Schwächen gut, und Spanien wird genau diese Stellen suchen.
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