Die deutschen Frauen haben vor den Spielen gegen Australien und Japan drei weitere Spielerinnen verloren: Selina Cerci (Knie), Bibiane Schulze Solano (Muskelverletzung) und Larissa Mühlhaus (eine Infektionskrankheit).
Lea Schüller, Ann-Katrin Berger und Vivien Endemann fehlten bereits.
Christian Wücks Kader gleicht nun einer WG am Sonntagabend: viele Namen an der Tür und kaum jemand zu Hause.
Luzie Zähringer, 18, erhält ihre erste Berufung in die A-Nationalmannschaft, und Nicole Anyomi und Ena Mahmutovic füllen weitere Lücken.
Hier ist mein Rat an Wück: Behandeln Sie Zähringer nicht als Rettungsaktion.
Teenager, von denen verlangt wird, alles zu richten, richten meistens nichts.
Geben Sie ihr eine klare Aufgabe, sagen Sie ihr vor dem Anpfiff, welche das ist, und beurteilen Sie sie allein an dieser Aufgabe.
Anyomi und Mahmutovic verdienen dieselbe Rücksicht, denn ein zusammengeflickter Kader funktioniert am besten, wenn jedes Flicken weiß, wo es aufgenäht ist.
Das größere Problem ist struktureller Natur.
Eine dünne Defensive und ein stumpfer Angriff zur gleichen Zeit deuten darauf hin, dass die Tiefe des Kaders geringer war, als der Kader auf dem Papier vermuten ließ.
Ich würde mit zwei Änderungen beginnen.
Erstens: im Training eine zweite, einfachere Grundordnung einüben, damit Ersatzspielerinnen nicht in derselben Woche ein neues System und neue Mitspielerinnen kennenlernen müssen.
Zweitens: in Freundschaftsspielen rotieren, damit die einspringenden Spielerinnen bereits zusammen gespielt haben.
Ein Freundschaftsspiel gegen Japan ist ein guter Ort zum Lernen und ein schlechter Ort zum Improvisieren.
Aufstellungsoptionen und die Details zur kostenlosen Übertragung finden Sie unten.
Inhalt
ToggleWer fehlt im deutschen Frauen-Kader?

Das Lager der deutschen Mannschaft vor den Länderspielen gegen Australien und Japan hat begonnen, einem Gruppenchat am Morgen eines Wandertags zu ähneln: Die Absagen trudeln weiter ein, und niemand hat einen Ersatzplan eingepackt. Selina Cerci (Knie) und Bibiane Schulze Solano (Muskelverletzung) werden beide Spiele verpassen. Larissa Mühlhaus reiste wegen einer Infektionskrankheit vorzeitig ab.
Lea Schüller ist der Ausfall, der am meisten ins Gewicht fällt. Sie hat 56 Tore in 87 Länderspielen erzielt, und eine ähnliche Infektion schließt sie für das Spiel gegen Australien aus. Bei Japan ist es fraglich. Mein Rat an die Trainer lautet, dem Drang zu widerstehen, sie überstürzt zurückzuholen. Ein Freundschaftsspiel ist ein schlechter Grund, bei einer Stürmerin ein Risiko einzugehen, deren Torgefahr kaum zu ersetzen ist, und eine ausgeruhte Schüller ist in einem Pflichtspiel mehr wert als eine angeschlagene im Testspiel.
Zwei Infektionen in einem Lager verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Ich will nicht über die Ursache spekulieren, aber ich würde mir wünschen, dass das medizinische Personal erkrankte Spielerinnen schnell isoliert, die Mahlzeiten zeitlich versetzt und dem Kader das Protokoll mitteilt, bevor der nächste Fall auftritt. Mein alter Fußballtrainer aus der Schulzeit pflegte zu sagen, dass eine Erkältung schneller durch einen Mannschaftsbus geht als ein Gerücht, und er lag öfter richtig als falsch.
Im Tor hat Ann-Katrin Berger für beide Spiele abgesagt, wodurch Ena Mahmutovic als Vertretung bleibt. Man sollte das als Chance begreifen. Gebt Mahmutovic einen klaren Plan für Einsatzzeiten und Verantwortlichkeiten, und erklärt der Öffentlichkeit, warum Berger zur Seite getreten ist. Kurzfristige Änderungen lassen sich leichter verzeihen, wenn die Erklärung gleich mitgeliefert wird. Das Trainerteam sollte außerdem eine Bereitschaftsliste für das nächste Mal benennen, damit eine späte Absage einen Anruf bedeutet statt hektischer Improvisation. Luzie Zähringer, die 18-jährige Spielerin des VfB Stuttgart, die die deutsche U19-Mannschaft als Kapitänin anführt, wurde bereits nachnominiert, um einen der freien Plätze zu füllen.
Wer ersetzt Cerci, Mühlhaus und Schulze Solano?
Drei Absagen, drei verschiedene Gründe: eine Infektion, eine Muskelverletzung und Knieprobleme. Der Stab der Nationalmannschaft hat mit einer Notlösung reagiert, und deren interessantester Baustein ist Luzie Zähringer. Die 18-jährige Stürmerin des VfB Stuttgart erhält ihre erste Einladung zu den Seniorinnen, und das verdient einen genaueren Blick. Die Belastung wuchs am Freitag weiter, als Lea Schüllers Ausfall gegen Australien wegen einer Infektion bestätigt wurde.
Sie trägt die Kapitänsbinde der deutschen U19, und das sagt etwas aus, was eine Torspalte nicht kann: Die Trainer trauen ihr zu, eine Kabine zu führen. Dazu kommt ihr wachsendes Profil in der Bundesliga, und so entsteht eine Angreiferin, die Tiefe in den Kader bringt, ohne dass der Stab auf eine völlig Unbekannte setzen muss. Ein erster Lehrgang ist trotzdem ein bisschen wie der erste Tag an einer neuen Schule. Niemand weiß, wo was ist, und alle beobachten, wie man sich beim Mittagessen anstellt. Sie stößt erst am Donnerstag vor dem Länderspiel gegen Australien dazu, daher sind Einsatzminuten am Spieltag nicht garantiert.
Mein Rat an den Stab: Man sollte das eher als Lehrzeit denn als Auszeichnung behandeln. Setzt sie neben eine Routinierte, gebt ihr im Training eine klare Aufgabe und sagt ihr früh, ob sie voraussichtlich spielen wird. Das hektische Suchen nach Ersatz sollte außerdem nicht zur Regel werden. Eine feste Liste mit fünf oder sechs Nachrückerinnen, die monatlich überprüft wird, würde die nächste Absagenwelle weniger hektisch machen. Was den Rest des Kaders betrifft: Nicole Anyomi bleibt dabei, Linder verstärkt die Abwehr, und Mahmutovic deckt das Tor ab. Vernünftige Entscheidungen, wenn auch ein wenig improvisiert.
Wo kann man Deutschland Frauen gegen Australien und Japan sehen?
Du brauchst weder ein Abo noch einen Umweg. Die öffentlich-rechtlichen Sender besitzen die Rechte, deshalb kann jeder innerhalb Deutschlands beide Spiele kostenlos und ohne Geoblocking sehen.
| Spiel | Anstoß | Kostenloser Zugang |
|---|---|---|
| Deutschland , Australien | 9. Oktober, 20:30 Uhr | ZDF, ZDFmediathek, Joyn |
| Deutschland , Japan | 13. Oktober, 17:45 Uhr | Das Erste, ARD-Mediathek |
| Beide Spiele | Liveticker | DFB.de, Sportschau, ran.de |
| Beide Spiele | Radio | Sportsendungen der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme |
Trag dir für das Australien-Spiel 20:15 Uhr in den Kalender ein. Die Übertragung im ZDF beginnt eine Viertelstunde vor dem Anstoß, das lässt genug Zeit, die Fernbedienung zu finden. Ich habe schon einmal einen Anpfiff wegen eines Hotelfernsehers und einer unleserlichen Senderliste verpasst, deshalb überspringe ich diesen Schritt nie. Das Japan-Spiel ist einfacher: Das Erste und die ARD-Mediathek, 17:45 Uhr. Beide Streams laufen im Browser oder in einer Handy-App. Der Kommentar des ZDF zum Länderspiel in Karlsruhe kommt von Gari Paubandt, die Moderation übernimmt Lili Engels, und Kathrin Lehmann ist als Expertin dabei.
Das Angebot hat einen Haken. Zuschauer müssen für zwei Spiele zwischen ZDF, Joyn, ARD und drei verschiedenen Ticker-Seiten hin- und herspringen. Eine einzige DFB-Seite, die alle Optionen nach Spiel und Gerät auflistet, würde Gelegenheitsfans die Suche ersparen und den Verband kaum etwas kosten. Bis es so weit ist, öffne den gewählten Stream ein paar Minuten früher und melde dich an, falls die Plattform danach fragt.
Wenn du von außerhalb Deutschlands zuschaust, prüfe vorab die Gebietsrechte. Ein VPN kann gegen die Nutzungsbedingungen des Dienstes verstoßen, und ein Stream, der mitten im Spiel abbricht, ist eine schlechte Belohnung für Cleverness.
Wie wird Wück die Aufstellung der deutschen Frauen-Nationalmannschaft verändern?
Wer am 9. Oktober einschaltet, bekommt nicht die Aufstellung zu sehen, die Christian Wück geplant hatte. Fehlende Außenverteidigerinnen und Innenverteidigerinnen haben ihn zurück ans Whiteboard geschickt. Es ist ein bisschen so, als würde man ein Abendessen für zwölf Personen ausrichten, nachdem vier Gäste abgesagt haben und der Ofen kaputtgegangen ist: Das ursprüngliche Menü lässt sich nicht kochen, also muss man entscheiden, worauf es ankommt. Das ist eine nützliche Frage für einen Trainer, und Wück hat drei Antworten.
1. Ein 3-4-3. Ohne etatmäßige Außenverteidigerinnen können Schienenspielerinnen die Breite liefern, und eine Dreierkette gibt den Innenverteidigerinnen Absicherung. Das Risiko: Schienenspielerin ist ein Job, kein Etikett. Wer die Rolle bekommt, braucht die Puste für 90 Minuten Auf-und-ab-Laufen und die Gewohnheit, zurückzuarbeiten. Mein Vorschlag: Außenspielerinnen wählen, die das schon gemacht haben, und den Moment des Ballverlusts gezielt trainieren, denn genau dort wird diese Formation anfällig.
2. Eine Doppelsechs vor einer zusammengewürfelten Abwehr. Bibiane Schulze Solano bringt Erfahrung mit, die eine umgebaute Hintermannschaft gut gebrauchen kann. Aber man sollte nicht von ihr verlangen, jeden Grashalm abzudecken. Man stellt ihr eine laufstarke Spielerin zur Seite und lässt sie organisieren, dirigieren und sprechen , das ist die Arbeit, die eine erfahrene Spielerin am besten erledigt. Eine notdürftig zusammengestellte Abwehr spielt besser, wenn jemand davor ihr sagen kann, wo sie stehen soll.
3. Wechselnde Angreiferinnen. Lisa Baum und Luzie Zähringer bekommen die Chance zu zeigen, wie sie zusammenpassen. Baum wurde sofort in die Mannschaft integriert und hat sich ihren Platz durch Leistung verdient. Ich würde jeder eine klare Aufgabe und einen groben Einsatzzeitplan geben und sie dann an den Chancen messen, die sie herausspielen, nicht daran, ob zufällig ein Schuss ins Tor geht. Ein Spiel ist eine Stichprobe, kein Urteil, und junge Angreiferinnen lernen schneller, wenn sie wissen, was von ihnen erwartet wird.
Australien verlangt nach einer kompakten, schwer zu knackenden Mannschaft. Japan gibt Wück Raum zum Experimentieren. Man sollte dieses Spiel als Labor behandeln und vor dem Anpfiff aufschreiben, was man lernen will. Die Weltmeisterschaft wird Antworten verlangen, und es ist weitaus besser, bis dahin ein paar entworfen zu haben.
Ist die Kadertiefe der deutschen Frauennationalmannschaft jetzt ein Problem?

Der Oktober-Kader Deutschlands verdient einen genauen Blick. Die Kapitänin fällt mit einem Außenbandriss im Knöchel aus, zwei erfahrene Innenverteidigerinnen stehen nicht zur Verfügung, und die etablierte Torhüterin nimmt sich eine Vereinspause. Spielerinnen aus den U19- und U23-Teams füllen die Lücken, und manche stoßen spät dazu, mit kaum einer Trainingseinheit, um zu lernen, wie die Mannschaft spielen soll. Nicole Anyomi wurde für Vivien Endemann in den Kader berufen, die wegen einer Wadenverletzung pausieren muss.
Wer sich schon einmal während des Aufwärmens einer Sonntagsliga-Mannschaft angeschlossen hat, weiß, wie das läuft. Jemand sagt: „Spiel einfach dein Spiel“, und man merkt, dass sich niemand einig ist, was dieses Spiel eigentlich ist. Junge Spielerinnen verdienen eine klarere Ansage als diese.
Die fehlende Tiefe im Kader ist ein Problem, aber ein ganz bestimmtes, und bestimmte Probleme haben bestimmte Lösungen:
| Bereich | Was passiert | Was ich versuchen würde |
|---|---|---|
| Abwehr | Wenige erfahrene Innenverteidigerinnen | In jedem Lehrgang eine junge Verteidigerin mit einer erfahrenen Spielerin zusammenbringen, damit Partnerschaften wachsen, bevor sie gebraucht werden |
| Angriff | Torgefährliche Spielerinnen fehlen oder sind unbeständig | Zwei oder drei Stürmerinnen eine feste Serie von Einsätzen von Beginn an geben und sie sowohl an herausgespielten Chancen als auch an Toren messen |
| Führung | Die Kapitänsbinde geht an weniger erfahrene Spielerinnen | Eine Kapitänin und zwei Stellvertreterinnen im Voraus benennen, damit die Binde nie zufällig bei jemandem landet |
Der gemeinsame Nenner ist die Zeit. Deutschland kann Verletzungen nicht kontrollieren, aber es kann steuern, wie schnell junge Spielerinnen das System lernen. Die U23-Gruppe sollte schon in die A-Nationalmannschaftslehrgänge geholt werden, bevor sie gebraucht wird, und das Spielkonzept am ersten Tag erhalten, nicht erst am dritten. Eine Spielerin, die die Pressing-Auslöser bereits geübt hat, kommt mit einer späten Nominierung viel besser zurecht als eine, die sie zum ersten Mal hört.
Deutschland braucht außerdem einen Plan für den nächsten erfahrenen Kern, und das bedeutet, schon jetzt zu entscheiden, wer dazugehören soll. Die Spielerinnen auswählen, ihnen gemeinsame Einsatzminuten geben und die Partnerschaften sich entwickeln lassen. Die Verletzungen sind Pech, aber mit einer unvorbereiteten Abwehrreihe zu einem großen Turnier zu fahren, wäre eine Entscheidung.
Dieser Text und Bilder wurden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Im Sinne der Transparenz und gemäß den Standards der EU-KI-Verordnung weisen wir darauf hin, dass die Inhalte anschließend einer sorgfältigen redaktionellen Prüfung und menschlichen Kontrolle unterzogen wurden. Die endgültige redaktionelle Verantwortung liegt beim Herausgeber.


