Roma dreht Spiel gegen Cagliari – Gasperini lobt Lulli und Pisilli

Dramatischer Sieg im Olympiastadion

Die AS Roma hat am 27. Oktober 2026 einen 0:1-Rückstand gegen Cagliari Calcio gedreht und mit 4:2 gewonnen. Vor fast 62.000 Zuschauern im Stadio Olimpico waren die beiden jungen Italiener Emanuele Lulli und Niccolò Pisilli die Wegbereiter der Wende. Trainer Gian Piero Gasperini lobte nach dem Spiel ausdrücklich die beiden Eigengewächse aus der Jugendakademie Trigoria, die mit ihren Toren den Grundstein für den neunten Sieg in Folge legten. In der Schlussphase sorgten die Einwechselspieler Rodrigo Mora und Donyell Malen für die Entscheidung.

Rückstand nach Elfmeter

Die Partie begann für Roma denkbar ungünstig. Schiedsrichter Feliciani entschied nach Videobeweis auf Strafstoß, nachdem Pisilli den Ball im eigenen Strafraum mit dem Arm berührt hatte. M’Baye Nzola verwandelte sicher zur Führung für die Gäste. Die Hausherren drängten zwar von Beginn an, doch Gianluca Mancini scheiterte bereits in der fünften Minute knapp an Cagliari-Keeper Elia Caprile.

Lulli und Pisilli drehen das Spiel

Nur fünf Minuten nach dem Rückstand schlug Lulli zurück. Der 19-Jährige aus Palestrina köpfte nach einer Flanke von Nahuel Molina zum 1:1 ein. Sechs Minuten später drehte Pisilli die Begegnung vollständig: Der Mittelfeldspieler vollendete per Volleyschuss eine Vorlage von Lulli zum 2:1. Beide Treffer entstanden aus gut ausgespielten Angriffen, bei denen die Abwehr der Sarden zu spät kam.

Gasperinis Lob für die Jugend

Besondere Verbundenheit zum Verein

Trainer Gasperini hob nach der Partie die Bedeutung der beiden Torschützen hervor. Gegenüber Sky Sports Italia erklärte er: „Sie sind außergewöhnliche Jungs. In der Jugendakademie der Roma gibt es immer wieder schöne Talente. Was mich am meisten beeindruckt, ist die große Verbundenheit zur Roma, das ist sehr positiv. Sie haben echte Qualität.” Der Trainer betonte, dass Lulli mit dem Kopf normalerweise nicht zu seinen Stärken zähle, doch genau dieses Element habe man erst am Tag zuvor im Training geübt.

Mora mit entscheidendem Treffer

Auch Rodrigo Mora, der für 50 Millionen Euro vom FC Porto verpflichtete Portugiese, erhielt Lob von Gasperini. Der nur 1,68 Meter große Offensivspieler erzielte in der 85. Minute per Kopfball das 3:2, nachdem Daniel Maldini für Cagliari in der 81. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte. „Er ist klein, aber sehr gut koordiniert und springt sehr hoch”, erklärte Gasperini. „Schauen Sie, wie viel Kraft er aus dem Stand in den Ball bringt. Er hat schon gegen Porto so ein Tor erzielt.”

Schwierige Phase für die Giallorossi

Personalsorgen und Belastung

Gasperini räumte ein, dass sein Team unter der hohen Belastung litt. „Es war ein schwieriges Spiel, viele hatten noch die Nachwehen des Napoli-Spiels in den Beinen. Die Müdigkeit hat uns besonders in der zweiten Halbzeit zugesetzt, aber dann haben die Wechsel uns den Sieg ermöglicht”, sagte der Coach. Mit Mile Svilar, Manu Koné, Paulo Dybala und Lorenzo Pellegrini fehlten wichtige Stammspieler. Auch die Innenverteidiger Leonardo Balerdi und Mario Hermoso waren angeschlagen nicht einsatzfähig.

Dybala fällt weiter aus

Besonders bitter: Paulo Dybala wird auch am kommenden Samstag in Udine fehlen. „Nach dem Training am Montag war ich zuversichtlich, ihn schon heute zur Verfügung zu haben. Er braucht etwas Zeit, um sich von Verletzungen zu erholen”, erklärte Gasperini in der Pressekonferenz. Für das Spiel gegen Sassuolo hofft der Trainer auf eine Rückkehr des Argentiniers und Konés, zeigte sich aber unsicher, ob das realistisch sei.

Spieler Alter Tor Minute
Nzola (CAG) – 0:1 10′ (Elfmeter)
Lulli (ROM) 19 1:1 15′
Pisilli (ROM) – 2:1 21′
Maldini (CAG) – 2:2 81′
Mora (ROM) 19 3:2 85′
Malen (ROM) – 4:2 –

Mentale Stärke als Erfolgsfaktor

Trotz der personellen Probleme zeigte sich Gasperini zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft. „Was sind die Qualitäten meiner Roma? Das Team fällt nicht auseinander, wenn das Ergebnis nicht zu unseren Gunsten steht. Es sucht die besten Situationen, um zu treffen. Wir wissen, dass wir die Mittel haben, von Anfang an oder von der Bank aus zu liefern”, betonte der Trainer. Mit dem Sieg rückte Roma vorübergehend auf einen Punkt an Inter Mailand heran, das zu diesem Zeitpunkt Zweiter der Tabelle war.

Lulli , vom Primavera-Spieler zum Stammspieler

Beeindruckende Entwicklung

Emanuele Lulli, geboren im August 2007 in Palestrina, war in der vergangenen Saison noch kein Stammspieler in der Primavera. Doch in den athletischen Tests vor der Saison überzeugte er Gasperini mit Bestwerten. Der Trainer beförderte ihn daraufhin in den Profikader. In den ersten neun Spieltagen kam Lulli auf sieben Einsätze, davon sechs von Beginn an. Das Tor gegen Cagliari war bereits sein zweites Saisontor nach dem Treffer zum 2:0 gegen Genua am 17. Oktober. In seiner Heimatstadt trägt er den Spitznamen „il Sindaco” (der Bürgermeister) wegen seiner Führungsqualitäten auf dem Platz. Wenige Tage vor dem Cagliari-Spiel hatte Lulli seinen Vertrag bis 2031 verlängert.

Pisilli macht Fehler wett

Niccolò Pisilli zeigte Charakterstärke, nachdem er durch das verursachte Handspiel den Rückstand mitverschuldet hatte. Nur elf Minuten später glich er seinen Fehler mit dem Siegtor aus. Die Zusammenarbeit mit Lulli beim 2:1 war das erste Mal seit den Zeiten von Francesco Totti und Daniele De Rossi, dass bei einem Roma-Tor sowohl Vorbereiter als auch Torschütze aus der eigenen Jugend stammten.

Roma dreht Spiel gegen Cagliari – Gasperini lobt Lulli und Pisilli